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Freitag, Dezember 14, 2007

Time To Say Goodbye- Gabriele Pauli vs. Kinderzimmer Productions

Einige Aufregung hat es in den letzten Tagen über die Art und Weise des Austritts von Gabriele Pauli aus der CSU gegeben. Es steht dabei der Vorwurf im Raum, Pauli schlage auch noch aus ihrem Abschied Kapital, indem sie diesen gegen viel Geld exklusiv bei Vanity Fair verkündet hat.
Wahrscheinlich auch aufgrund der zeitlichen Nähe, fällt einem als positives Gegenbeispiel der unlängst bekannt gewordene Split der Ulmer Kinderzimmer Productions ein. Noch bevor die Nachricht über größere Musikmedien publik wurde, gaben die beiden Musiker die Auflösung bei einem Interview mit dem Freiburger Online-Blog fudder.de bekannt und erläuterten dabei ausführlich und ehrlich die Gründe (u.a. Rückgang von Plattenerlösen), die zu diesem Schritt geführt haben.

Nach Blocher's Abgang: Schweizer kriegen Ärzte umsonst

Die Berliner Band Die Ärzte hat auf ihrer Homepage angekündigt, dass Sie ihren Schweizer Fans ihr aktuelles Album "Jazz ist anders" legal und kostenlos hier zum Download anbieten wird. Die Band löst damit ein auf einem Konzert in Zürich gegebenes Versprechen ein ("Dabei würden wir unsere Platte gerne verschenken, wenn weniger Leute in der Schweiz den Blocher wählen würden."). Der Anlass ist das Ausscheiden des kontroversen Politikers Christoph Blocher (SVP) aus der Schweizer Regierung am 12. Dezember 2007.

Donnerstag, Oktober 25, 2007

Fundstück Vol. 5: Das Ramones-Mobil

In letzter Zeit hat die Bedeutung von Band-Merchandising wohl wieder zugenommen, z.B. sah man in letzter Zeit vermehrt selbst in großen Elektronik-Supermarktketten neue Regale mit allerlei Fan-Utensilien (Naheliegenste Erklärung: T-Shirts und Caps lassen sich wie auch ein Konzerterlebnis nur schwer einfach kopieren und sind deshalb eine verlässlichere Einnahmequelle für Bands als Tonträger).

Ob man sich jedoch als Fan der Ramones gleich eine Stadtbesichtigungsbimmelbahn zulegen muss, bleibt fraglich. Oben abgebildetes Gefährt mit dem Namen "Ramonet" verkehrt übrigens im nordspanischen Girona.

Dienstag, September 18, 2007

Reform der Singlecharts nun auch in Deutschland

Völlig an mir vorbei gegangen, ist die Tatsache, dass es bereits seit Ende Juli 2007 nun auch für die Berücksichtigung in den deutschen Singlecharts (Media Control) nicht länger erforderlich ist, dass ein Titel auch als physischer Tonträger erhältlich ist. Dies bedeutet, dass künftig, wie bereits in England seit Anfang des Jahres (hier bereits berichtet), auch solche Singles bei der Ermittlung miteinbezogen werden, welche ausschließlich als Musikdownload erworben werden können.
Erwähnenswerte Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Charts (vgl. hier) lassen sich jedoch bisher keine feststellen. Die großen Plattenfirmen dominieren weiterhin das Feld.




Samstag, Januar 13, 2007

Reform der deutschen Single-Charts nach englischem Vorbild?

Welche Folgen ergeben sich nun nach der Reform der UK-Charts für die künftige Zusammensetzung der UK-Charts? Und auch interessant: Was ergäbe sich bei einer ähnlichen Modifizierung der deutschen Single-Charts? Der neue Charts-Mechanismus lässt nach meiner Ansicht, folgende Prognosen kurzfristiger und (weitaus wichtiger) langfristiger Folgen zu:

1. Kurzfristig begünstigt wird in nächster Zeit das Wiedereinsteigen von Singles, die bereits seit längerer Zeit in den regulären Charts nicht mehr gelistet wurden, jedoch noch weiter in den Download-Charts vertreten waren. Dies zeigt sich aktuell in England bei Snow Patrol-Chasing Cars (Wiedereinstieg auf 9!), Gnarlsarkley-Crazy (WE auf 30), Nelly Furtado-Maneater (WE auf 38)

2. Weitaus interessanter sind die langfristigen Auswirkungen:
  • Wiedereinstieg von Oldies: Auch ohne eine erneute Single-Veröffentlichung, können diese nun wieder die Charts entern z.B. durch:
    • Präsenz auf Film-Soundtracks, Game-Soundtracks
    • Präsenz in TV-Talent-Shows (Durch ihre Präsenz im englischen DSDS-Pendant X-Factor gelangten bereits alte Gassenhauer von den Proclaimers und Aerosmith zurück in die UK-Charts)
    • Präsenz der Künstler in Medien in Form nicht-musikalischer Schlagzeilen (z.B. Musiker XY heiratet, Musikerin Z stirbt)
    • erstmalige Verfügbarkeit als legaler Download: So ist es nicht unwahrscheinlich, dass eine laut Gerüchten demnächst bevorstehende Wiederveröffentlichung des gesamten Beatles-Kataloges als Online-Download, dazu führen könnte, dass die Beatles mit ihren Hits im Jahre 2007 die kompletten Top10 übernehmen könnten.
    • saisonale Aktualität z.B. Weihnachts-Schmonzetten, Karnevals-Gröhlnummern
  • Chart-Einstieg ohne Plattenfirma prinzipiell möglich: Während auf den ersten Blick, dieser neue Mechanismus es für Newcomer schwerer zu machen scheint, sich gegenüber den erhöhten Wiedereinstiegschancen der Pop-Oldies zu behaupten, bietet er ihnen gleichzeitig auch neue Chancen: Fortan ist es nicht unbedingt mehr erforderlich bei einer Plattenfirma unter Vertrag zu sein, um in den Charts berücksichtigt zu werden. Jeder Band kann es so gelingen alleine durch das Online zum Verkauf stellen ihres Songs in die Hitparade zu gelangen. Beste Chancen werden aktuell z.B. den englischen Newcomern Koopa ausgerechnet, als erste Band in die britischen Charts zu gelangen ohne eine eigene Plattenfirma im Rücken.
Kleiner Nachtrag (15.01.2007): Koopa haben es tatsächlich als erste ungesignte Bands in die britischen Charts geschaftt. Ihre Single "Blag, Steal & Borrow" stieg am letzten Sonntag auf Platz 31 ein.

Reform der UK-Charts

Seit dieser Woche werden die englischen Charts neu berechnet, was insbesondere denjenigen Songs zu Gute kommen wird, welche bisher nur als Internet-Download käuflich zu erwerben waren. Zwar wurde bereits seit einiger Zeit bei der Berechnung der UK-Charts auch die Anzahl der verkauften Online-Kopien berücksichtigt, jedoch galt dies nur für solche Titel, die gleichzeitig auch als physischer Tonträger in herkömlichen Geschäften verfügbar waren. Auf diese Weise gelang es z.B. Gnarls Barkley fast ausschließlich durch die Online-Verkäufe ihrer Single "Crazy", die britische Hitparade über längere Zeit anzuführen.
Von dieser Woche an fällt auch diese Beschränkung weg, berücksichtigt werden künftig die Downloads aller Titel unabhängig von ihrer gleichzeitigen Verfügbarkeit als physisches Äquivalent im herkömlichen Plattenladen. Unzweifelhalt ist, dass durch den Wegfall dieser Restriktion, die künftigen Charts, ihrem eigentlichen Oberziel (den aktuellen Musikgeschmack der Bevölkerung 1:1 widerzuspiegeln) ein Stück weit mehr Rechnung getragen wird. Dieser Einschnitt- der britische The Independent spricht gar vom "Tag, an dem die Musikliebhaber, die Kontrolle über die Charts übernahmen"- ist insbesondere umso positiver zu bewerten, wenn man die Lage z.B. mit den deutschen Single-Charts vergleicht.
Um sich diesem Oberziel noch weiter anzunähern, sind jedoch noch weitere Schritte nötig (z.B. akzeptieren viele Online-Shops nur Kreditkarten-Kauf, was insbesondere eine zusätzliche Hürde vor allem für minderjährige Käufer darstellen dürfte).
 

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